Dienstag, 13. Mai 2014

Djing mit iOS-Apps

Dies ist nur ein Versuch zu diesem Thema ein wenig Übersicht zu schaffen... 

Inzwischen gibt es eine Menge, auch kostenlose, DJ-Apps. Ursprünglich hatten die sogenannten *DJs zwei Plattenspieler (Turntables). Während dem die Musik des einen für das Publikum hörbar war musste der DJ auf dem anderen vorhören um einen geeigneten Startpunkt für den Wechsel zu finden. Dazu gehörte eine Unmenge Zeit um passende LPs zu finden und zu hören. Wie ein Instrument zu lernen braucht(e) es viel Zeit, Schulung des Gehörs und die gewisse Fingerfertigkeit. Also auflegen, auflegen, auflegen und nochmals auflegen. 

Viele der Apps bilden nun möglichst das ursprüngliche Set ab und bieten aber zusätzlich eine Effektsektion etc. Vor den Apps für die Tablets und Smartphones gab es die Software für den Computer. Am Computer ist zur Bedienung ein Controller mit Drehknöpfen und Schiebereglern, fast unumgänglich. Ausser man versteht unter DJing nur einen Song nach dem anderen ablaufen zu lassen. Die Tablets und Smartphones haben Touchscreens was die Controller grundsätzlich unnötig macht. In der Praxis ist es aber doch einiges angenehmer mit einem Controller. Diese gibt es von fast Hosentaschengrösse an in den verschiedensten Ausführungen und Preisklassen.

Apps welche die Plattenspieler (Turntables) möglichst nachgebaut haben sind z.B.:
  • “edjing”
  • “djay”
  • “DJ Mix-it easy”
  • “Touch DJ Evo”
  • ...

Etwas anders konzipiert aber sehr interessant um Remixes zu erstellen ist z.B. “Loop Twister”.

Schlussendlich ist jede App ein Instrument mit Vor- und Nachteilen. Es lohnt sich solange zu suchen bis man die gefunden hat die einem am besten liegt. Wesentliche Kriterien sind:
  • Bedienung
  • Importieren der Songs und Samples (für Vereinfachung sorgt die Möglichkeit die Musikfiles statt nur aus dem “Musik”-App auch von anderen Apps über Clouds, per Browser oder von einem Computer aus einfügen zu können.)
  • Effekte
  • Steuerung über einen Hardware-Controller
  • ...

Daneben gibt es aber auch verschiedene andere Apps und Geräte die ähnliche Resultate hervorbringen, aber vom Konzept her ziemlich anders aufgebaut sind. Man nennt sie auch “Sample-Player” oder “Sampler”. Hier werden nicht ganze Songs, sondern nur Teile oder sogar nur einzelne Instrumenten-Patterns, teilweise auch “Beats” genannt, als Ressourcen verwendet. Solche Samples kann man in Hülle und Fülle vom Internet, teilweise auch kostenlos, runterladen, oder natürlich auch selber aus bestehenden Songs rausschneiden oder selber programmieren.

Abgerufen werden die einzelnen Samples meist über ein Feld von 8x8 Buttons, Hardware oder Software aber auch eine MIDI-Klaviertastatur funktionert. Neben den verschiedenen Hardware-Controllern z.B. von Akai, Novation, M-Audio, Ableton, Native Instruments etc. erwähne ich hier die Apps welche diese zum Teil nachbilden wie auch die Drum-Loop Apps.
  • MadPad HD” ein cooles App. Wird mit dem Satz “Remix your life…” beworben was auch nicht gerade zur Begriffsklarheit beiträgt.
  • iMPC
  • “S4-Pad”
  • “FL-Studio HD”
  • “iPro.DJSampler”
  • ScratchPad
  • “NoisePad”
  • ...

Kostenlos, aber meist mit nötigen In-App Käufen und meist auch auf gewisse Stilrichtungen festgelegt z.B.:
  • “World of Drumloops”
  • ...

Ähnliche Resultate erreicht man auch mit sogenannten “Loop-Geräten oder -Apps”. Im Bereich Hardware sind vor allem die von Roland oder Boss bekannt. Im Softwarebereich ist “Ableton-Live”,  zu erwähnen, welche aber in erster Linie als Sample-Player wie auch als Recording-Sofware verwendet wird. Zu diesem Thema lohnt es sich auf dieser Seite (http://www.livelooping.org/tools/) mal vorbeizuschauen. Die Apps:

Wenn nicht mehr die Live-Performance im Vordergrund gibt es die sogenannten DAWs wo ich aus bestehenden Songs, Samples, Recording, Songs und Remixes erstellen kann. Dies unterscheidet sich beim Anhören schlussendlich aber nicht wesentlich von einem Live DJ-Mix.
  • “TocAndRoll” geeignet für Kinder
  • “NanoStudio”
  • “iSequence HD”
  • “Hokusai Audio Editor”
  • “BeatMaker”, “BeatMaker 2”
  • Cubasis” für MIDI- und Audio-Tracks, mein Favorit! (leider nicht befriedigende Audio-Effekte)
  • “GarageBand” für den Einstieg ok aber zum editieren nicht wirklich brauchbar
  • auria” wenn MIDI-Tracks nicht nötig sind, mein Favorit! (sehr gute Audio-Effekte und als In-App Purchase professionelle Plugins)
  • “n-track studio multitrack recorder”
  • “Studio 2”
  • “Multitrack Studio”
  • ...

Ebenfalls sind die sogenannten “Step-Sequenzer” oder “Drumcomputer” (welche es vor allem früher als Hardware gab und heute zu hohen Preisen gehandelt werden) zu erwähnen. Die teilweise kombiniert sind mit den anderen Arten von Apps welche ich oben beschrieben habe.
  • “GrooveMaker”
  • “S4-RComposer”
  • “SynthDrum”
  • “Molten”
  • “Awe Beats”
  • “MoDrum”
  • DM1
  • “Beat-Machine”
  • “DrumJam”
  • “WEJAAM”
  • iMaschine
  • ...

*immer wieder stösst man aber auch auf MusikerInnen welche sich als DJ bezeichnen oder sogar in ihrem Namen das Wort “DJ” verwenden mit den zwei Turntables aber gar nichts zu tun haben. Ebenfalls ist das was ich hier geschrieben habe nur eine kurzer und unvollständiger Versuch etwas Klärung im Bezug auf die viel verwendeten Worte wie DJ, Mix, Remix, Beat zu schaffen. 

PS: Bei allen Apps muss immer auch die Grösse (Anzahl MB welche das App benötigt) berücksichtigt werden. Zum Beispiel “GarageBand” ist ein in Bezug auf Preis- Leistung ein gutes App braucht aber mehr als 500MB.